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Erst wird der Ball geschickt mit dem Fuß gestoppt, um ihn dann am Boden festzuklemmen. Durch starken Druck und eine flinke Bewegung des Handgelenks wird die Kunststoffkugel nun in Form einer Bananenflanke in Richtung Tor gedroschen – und das alles mit einer Geschwindigkeit, die das Verfolgen schon mit dem Blick schwierig macht. Wie soll erst der Torwart auf diesen präzisen Schuss reagieren können! Einzig das metallene Klackern und der Jubel des Torschützen verraten, dass er den Schlussmann wirklich überwunden hat und der Ball im Kasten eingeschlagen ist. Was nach einer hochkomplizierten Technik für Profis einer Sportart klingt, die mit Arm und Bein zugleich ausgeführt wird, ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein Schuss auf einem Kickertisch.

Und dieses Spiel ist denkbar einfach, wenn sich auch weltweit immer mehr Vereine gründen, die den Ruf des Tischfußballs weg von einem reinen Thekenspaß hin zu einem ernstzunehmendem Sport bringen möchten. Dabei machen sie mit ausgefeilten Techniken und immer besser werdenden Materialien des Kickertisches, der Bälle und der Figuren auf sich aufmerksam.

Im Grunde geht es beim Kickern einzig darum, mit seinen elf Figuren, die an beweglichen Stangen am Fußballtisch hängen, das gegnerische Tor zu treffen. Dafür ist außer etwas Fingerspitzengefühl, mentaler Stärke und guter Reaktionsfähigkeit nicht viel nötig. Und mit etwas Übung gelingen einem auch schnell sehr präzise Techniken, wie der oben beschriebene Abquetscher, das Passen zwischen den einzelnen Figuren oder auch ein Pinshot, der häufigste Schuss aufs Kicker-Tor.

Doch wie in jeder Sportart gibt es dennoch große Unterschiede zwischen ambitionierten Gelegenheits-Kickern und einem echten Profi, der um ein gutes Training nicht herum kommt. Denn ausdauerndes Training macht beim Kickern wesentlich mehr aus als das Talent. Als Tischfußballer muss man nicht geboren sein, sondern kann sich mit viel Geduld und Fleiß am Kickertisch vieles selber erarbeiten. In fast allen großen Städten gibt es mittlerweile Tischfußball-Vereine mit eigenen Räumen und Kickertischen, an denen die Mitglieder in der Gruppe üben können. Doch es geht wohl nichts über den eigenen Kickertisch, den man zu Hause hegen und pflegen kann. Hier ist es auch möglich, durch das Stellen der gegnerischen Figuren alleine und mit voller Konzentration die verschiedenen Schusstechniken zu erlernen. Doch Kickern ist ein Gruppensport, und so macht auch das Training mit vielen Personen weit mehr Spaß.

Aber nicht nur auf die richtige Technik kommt es beim Kickern an, fast wichtiger ist die Beschaffenheit und die Qualität der Fußballtische. Denn sowohl die Füße der Figuren als auch die Beweglichkeit der Stangen können nicht nur über die Schnelligkeit des Kickerns, sondern auch über Sieg oder Niederlage entscheiden. Selbst bei allen hochwertigen Modellen ist das Spielverhalten schließlich doch immer unterschiedlich.

Wen erstaunt es daher, dass bei einigen Tischfußball-Turnieren die Spieler ihre Kickertische selber mitbringen. Denn so hat jeder mal einen „Heimvorteil" am eigenen Kicker-Kasten, dessen Beschaffenheit, Stärken und Schwächen er kennt und auf den er sich völlig einstellen kann. Das bedeutet natürlich nicht, dass man seinen Kickertisch immer mit sich herumtragen sollte, ihn freitags abends in seiner Lieblingskneipe aufbaut, um ihn samstags zum Geburtstag des Onkels mitzunehmen. Dazu ist ein guter Tisch auch viel zu unhandlich und schwer. Außerdem ist es für das eigene Spielverhalten gar nicht schlecht, sich nicht immer nur auf seinen Favoriten einzustellen, sondern hin und wieder mal an anderen Kickertischen zu stehen und den Ball auch dort per Bananenflanke ins Tor zu schieben
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